OSTERMARSCH 2008 - Für eine Kultur des Friedens

 

Den widrigen Witterungsverhältnissen zum Trotz waren rund 40 Ostermarschierer dem Aufruf der Friedensinitiative Westpfalz zum diesjährigen Ostermarsch unter dem Motto "Mut zum Frieden – Frieden wagen“ gefolgt.

 

 

Vom Lothar-Sander-Platz in Landstuhl führte der Weg durch das Bruch, am Zaun der Air Base Ramstein entlang,  ....

 

 

.... bis zur Gedenkstätte für die Opfer der Flugtagskatastrophe von 1988.

 

 

 

Von "Mauern in unseren Köpfen - Mauern zwischen Menschen“, den Auswirkungen der Traumatisierung am Beispiel des Israel/Palästina-Konflikts, berichtete Dr. Dieter Appel, Theologe, Kinder- und Jugendpsychiater, in seinem Redebeitrag. 

 

 

Zusammenhänge zwischen Traumatisierung, Angst, gegenseitiger Abgrenzung und Re-Traumatisierung erläuterte er  anhand von persönlichen Begegnungen in Israel und Palästina mit ganz unterschiedlichen Gruppierungen und Einzelpersonen. Die von ihm gemachten Erfahrungen, seien übertragbar auf viele andere Konflikte in der Welt. Interessant seien besonders die konkreten Beispiele für friedliche Lösungsansätze vor Ort, so dass Friedensideen auch für andere Konflikte entstehen können. Angst in den Köpfen der Menschen sei Auslöser für viele Auseinandersetzungen. Vor zehn Jahren habe er noch mit dem Fahrrad das Kasernengelände in Landstuhl passieren können, jetzt sei an der Stelle ein stacheldrahtbewehrter Zaun. Es stelle sich die Frage, wer da Angst vor wem habe. Es sei grundlegend wichtig, die Mauer der Angst in den Köpfen der Menschen einzureißen.

 

Der Sprecher der Friedensinitiative Westpfalz, Detlev Besier, forderte eine Kultur des Friedens. Auch zwanzig Jahre nach der Flugtagskatastrophe am 28. August 1988 dürfe man die Opfer und Leidtragenden dieses Unglücks nicht vergessen.

 

 

In seiner Rede fragte er nach, warum die Bundesrepublik Deutschland im mittelbaren Besitz von Atomwaffen ist, wieso die Legislative die Unterstützung völkerrechtswidriger Kriege und Kriegsvorbereitungen, auch die Verschleppung Gefangener über deutschen Grund, Boden und Luft nicht verbieten oder dagegen vorgehen.

 

Im Rahmen der bundesweiten Kampagne „unsere Zukunft atomwaffenfrei“ setzt sich die Friedensinitiative Westpfalz weiterhin für die Abschaffung aller Atomwaffen  ein. Auch die vielfältigen Belastungen durch den Militärflugplatz Ramstein werden von den Friedensaktivisten immer wieder thematisiert, ebenso wie regionale Konversionsprojekte.

 

Besier stellte das „Scheinargument der Wirtschaftskraft“, die angeblich von einer Air Base ausgeht, in den Raum und fragte, warum keine Alternativen zu Militärstandorten gesucht werden. „Wir dürfen die Augen davor nicht verschließen, schon gar nicht unseren Mund.“, so sein Appell, der zukunftsweisende Lösungsansätze einschloss, unter anderem, dass endlich „die Mauer zum Frieden“ übersprungen und politisch wie auch gesellschaftlich in den Friedensdienst investiert werde.

 

Dr. Hartmut Jatzko kümmert sich zusammen mit seiner Frau Sybille und Heiner Seidlitz, Leiter der Telefonseelsorge Kaiserslautern, um  die Opfer und Hinterbliebenen und sorgt für die psychosoziale Betreuung der traumatisierten Menschen. Der Flugtag 1988 sei das „letzte militärische Muskelspiel" in Zeiten des Kalten Krieges gewesen,  sagte er in seinem Grußwort.

 

 

Doch auch nach dem Fall des Eisernen Vorhangs sei die Air Base Ramstein noch immer logistischer Mittelpunkt für Kriege und militärische Aktivitäten.   Es sei widersinnig, dass die deutsche Hilfe zum Aufbau von Ländern gleichzeitig durch militärische Aktionen untergraben würde. Er rief dazu auf, eine Erde zu schaffen, in der die Menschen Kriege verhindern.

 

Copyright (C) 2010 Friedensinitiative Westpfalz