Friedenspfarrer: Ostermärsche auch für Flüchtlinge  - (epd-Gespräch)

 

Veröffentlicht mit freundlicher Genemigung von "Evangelischer Pressedienst epd"

 

Speyer/Kaiserslautern (epd). Die Ostermarschierer in Deutschland gehen vermehrt auch für die Flüchtlingshilfe und gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass auf die Straße. Bei den Ostermärschen der Friedensbewegung gerate stärker in den Blick, dass Armut, Umweltzerstörung, Krieg und Fluchtbewegungen weltweit in engem Zusammenhang stünden, sagte der pfälzische Friedenspfarrer Detlev Besier in Speyer dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Akzentverschiebung mache deutlich, wie komplex das Friedensthema sei.


Das "Format der Ostermärsche" sei zeitlos, sagte Besier, der auch Sprecher der Friedensinitiative Westpfalz in Kaiserslautern ist. Zwar sei die große Zeit der Ostermärsche in den 1980er Jahren mit ihren Tausenden Teilnehmern vorüber, weiß der Theologe, der seit vergangenem September die Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der pfälzischen Landeskirche in Speyer leitet. Dennoch treibe viele Menschen die Sehnsucht nach einem Leben in einer friedlichen und solidarischen Welt weiter um. Zu den Ostermärschen in Kaiserslautern, Saarbrücken und Büchel erwarten die Veranstalter jeweils zwischen 100 und 150 Teilnehmer.

Die Organisatoren der Friedensdemonstrationen über die Ostertage versuchten, "alte Themen, die etwas in Vergessenheit geraten sind, und neue Themen unter einen Hut zu bekommen", sagte Besier. Ein Schwerpunkt bleibe die Abrüstung vor allem von Atomwaffen. So gebe es Pläne der US-Militärs, die letzten Atomwaffen in Deutschland zu modernisieren, die auf die Fliegerhorst Büchel in der Eifel vermutet werden.

Nicht nur "alte Kämpen" der Friedensbewegung marschierten an Ostern für Frieden und eine gerechtere Welt, betont der frühere Kaiserslauterer Jugendpfarrer. Auch zahlreiche junge Menschen ließen sich für diese Ziele motivieren, wie die evangelische Kirche mit ihrer erfolgreichen Jugendarbeit zeige.

Frust verspürten Friedensaktivisten manchmal im "Kampf gegen Goliath, der nicht ins Wanken kommt", räumt Besier ein. Als unverzichtbare Lobby gegen den Militarismus setze die Friedensbewegung ein demokratisches Zeichen gegen Rassismus, sagte er mit Blick auf die Wahlerfolge der rechtspopulistischen AfD. Der lange Atem vieler Friedensbewegter habe unter anderem zur friedlichen Revolution in der DDR und zu gewaltfreien Konfliktlösungen beigetragen. Auch Politiker schätzten die Argumentationshilfe von Friedensgruppen zu friedensethischen Fragen.

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