Rede zum virtuellen Ostermarsch 2020

 

Renke Brahms: „Ostern heißt, die Hoffnung zu behalten auf eine friedlichere und gerechtere Welt“

 

Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),
Renke Brahms, hat zu mehr internationaler Verbundenheit und internationaler Solidarität
angesichts der Corona-Pandemie aufgerufen und von einer Verschärfung von
Konflikten gewarnt. „Gegensätze zwischen Arm und Reich werden sich in den
kommenden Wochen, Monaten und Jahren noch verschärfen und werden enden in
Konflikten und Kriegen“, mahnte Brahms in seiner Rede beim „Virtuellen Ostermarsch“.
Ein Virus mache an Grenzen nicht Halt und kenne keine Nationen und
Völker. Daher sei gegenseitige Abschottung der falsche Weg, so der Theologe.

Angesichts der Corona-Kriege werde deutlich, „wie absurd die Kriege sind, wie
absurd, empörend und verheerend die Milliarden sind, die weltweit für Rüstung
ausgegeben werden, zum Beispiel für neue Atomwaffen oder deren Modernisierung“,
machte der EKD-Friedensbeauftragte deutlich. Dabei würden diese Milliarden
so dringend für die, für die Überwindung von Armut und Hunger, für die Überwindung
der Klimakrise und für die Gesundheit der Menschen gebraucht, betonte
Brahms und fügte hinzu: „Für eine solche Politik der Gerechtigkeit und des Friedens
einzutreten, ja einen Politikwechsel, ist auch in diesem Jahr, auch bei diesem virtuellen
Ostermarsch dringend nötig.“
Als Christenmenschen und Theologen schmerze ihn, dass keine gemeinsamen Gottesdienste
und keine gemeinsamen Ostertage gefeiert werden könnten. Das betreffe
genauso auch andere Religionen wie das jüdische Passah-Fest oder den muslimischen
Ramadan. Dennoch könnten diese Beschränkungen die Kraft der Osterbotschaft
nicht schmälern, ist Renke Brahms fest überzeugt.
„Auferstehung Jesu Christi, Ostern, das heißt für mich auch immer eine Protestgeschichte
gegen Tod bringende Entwicklungen. Ostern erinnert an die Auferstehung
Jesu Christi. Und Auferstehung heißt für mich immer wieder, aufstehen für das
Leben und einzutreten für eine Welt der Gerechtigkeit und des Friedens. Und: Die
Hoffnung auf eine solch friedlichere und gerechtere Welt zu behalten“, so der EKDFriedensbeauftragte.

 

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